Karpaltunnelsyndrom

Karpaltunnelsyndrom Schmerzen

Bei Vorliegen des Karpaltunnelsyndroms kommt es zu einer Gefühlsstörung  im Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger, die von leichtem Kribbeln bis hin zu vollständiger Taubheit reichen kann. Durch diese Störung der Feinmotorik kommt es zu einer Einschränkung der Fingerfertigkeit, die zu Problemen bei der Bewältigung alltäglicher Tätigkeiten, wie zum Beispiel dem Zuschnüren von Schuhbändern, führen kann. In einigen Fällen können die Schmerzen bis in den Ellenbogen oder sogar bis zur Schulter reichen. Häufig treten die Schmerzen in der Nacht auf. Die Beschwerden und das Einschlafgefühl können kurzfristig durch Bewegung und Schütteln der Hände verbessert werden.

Ursache des Karpaltunnelsyndroms ist meistens eine Einengung des Nervus medianus (Mittelnerv) an der Handwurzel. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Schwere körperliche Arbeit, Übergewicht, Diabetes, Schwangerschaft, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine langjährige Dialyse steigern das Risiko am Karpaltunnelsyndrom zu erkranken.

Diagnose des Karpaltunnelsyndroms

Nach einem ausführlichen Gespräch in unserer Ordination in Wien kann die Diagnose des Karpaltunnelsyndroms im Regelfall leicht anhand der beschriebenen Symptome erstellt werden. Dennoch müssen andere Ursachen, wie etwa eine Sehnenscheidenentzündung oder Bandscheibenschäden im Bereich der Halswirbelsäule, ausgeschlossen werden.

Therapie des Karpaltunnelsyndroms

Leichte Fälle des Karpaltunnelsyndroms können konservativ behandelt werden.

Bei schwereren Fällen stellt der operative Eingriff die Therapie der Wahl dar.  Über einen kleinen, 2 – 3 cm langen, Schnitt am Handgelenk wird eine Entlastung (Dekompression) des Nervs erreicht. Dabei wird das sogenannte Retinaculum flexorum, das ist ein Halteband, das sich über den Karpaltunnel spannt, durchtrennt. Das Halteband vernarbt in Erweiterung des Tunnels ohne seine Funktion zu verlieren. Durch eine sogenannte Neurolyse wird der Nerv zusätzlich von verklebenden Anteilen befreit, wenn diese den Nerv einengen. Nach der Operation wird der Nerv sofort wieder durchblutet und die Symptome sind im Regelfall nach der Operation verschwunden.  

Der Eingriff zählt zu den häufigsten handchirurgischen Operationen überhaupt. 

Nachbehandlung bei Karpaltunnelsyndrom

Nach einer Operation wird ein Verband angelegt, der Daumen und Finger ausspart. Meistens kann man das Krankenhaus unmittelbar wieder verlassen, man sollte aber nicht selbstständig ein Fahrzeug lenken. Nach ca. 10 Tagen werden die Nähte entfernt, bis dahin sollte die Hand trocken bleiben, am besten trägt man beim Waschen einen Gummihandschuh.

Bei normalem Verlauf beträgt der Krankenstand bei manueller Tätigkeit  2- 3 Wochen. Duschen mit Handschuh können Sie bereits nach wenigen Tagen. 

Häufige Fragen und Antworten

FRAGE: Seit einiger Zeit schmerzt mich der Ringfinger und bleibt gelegentlich hängen. Was kann ich tun?
ANTWORT: Suchen Sie am besten so rasch als möglich einen Arzt auf, damit sich die Symptome nicht  verschlechtern. Im Idealfall werden die Beschwerden mit konservativen Anwendungen wie einer Lasertherapie, Magnetfeldtherapie, eventuell 1 – 2 Infiltrationen gelindert. Bei hartnäckigen Fällen ist ein kleiner operativer Eingriff unter lokaler Betäubung anzuraten. Dabei wird ein 2 -3 cm langer Schnitt gesetzt und das A1 Band gespalten. Eine Belastung ist sofort nach der Operation wieder möglich.  

FRAGE: Ich habe 2 schnappende Finger. Kann man die zeitgleich operieren?
ANTWORT: Ja  

FRAGE:  Ich habe einen Schnappfinger und ein Karpaltunnelsyndrom. Kann man das zeitgleich operieren?
ANTWORT: Ja  

FRAGE: Meine NLG (Nervenleitgeschwindigkeit) ist positiv, aber ich habe keine Schmerzen mehr bezüglich meines Karpaltunnels. Muss ich operiert werden?
ANTWORT: Nein. Ein NLG Befund alleine ist nicht die Grundlage der Entscheidung.  

FRAGE: Was passiert wenn ich zulange mit meiner CTS Operation zuwarte?
ANTWORT: Es können sehr starke Schmerzen entstehen und die Sensibilitätsstörungen können bleibend sein. Zusätzlich kann es zu einer Atrophie (Gewebeschwund) der betroffenen Muskeln kommen.

Presse

Gesund und Fit am 15.5.2017